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Monthly Archives: Juni 2013

Temperaturrekord im Juni

Mit dem heute, am 19.06.2013 um 15:22 Uhr erreichten maximalen Temperaturwert von 34,9 °C wurde der bisher wärmste Junitag seit Wetteraufzeichnung am Standort gemessen. Das ist somit der immerhin schon 12. Sommertag in diesem Jahr 2013 (Temperatur >= 25 °C), eventuell kann in der kommenden Nacht noch der Wert für eine Tropennacht erreicht werden (zw. 18:00 Uhr und 06:00 Uhr >= 20 °C).

(Nebenbei, die letzten Tage verdunsteten über 5 Liter/m2 jeden Tag, auch das hilft den derzeit noch überfluteten Gebieten)

Seit Oktober 2006 gibt es von der Wetterstation im Süden der Stadt Dessau (http://www.DessauWetter.de) gesicherte Datenaufzeichnungen. Das ergibt immerhin Datenmaterial von insgesamt 6,5 Jahren. So kann u. a. in Bezug auf Rekordwerten schon eine kleine Vergleichsreihe heran gezogen werden.

Die bisherigen Höchstwerte der vergangenen Jahre erreichen allerdings auch schon recht warme Temperaturen.

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Posted by on 19. Juni 2013 in Statistik

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Hochwasser-Chronologie 2013

Bereits der Monat Mai war ein verregneter Monat, in dem am Standort die doppelte Menge an Niederschlag (108,0 L/m2) wie Normal viel. Die starken Regenfälle vom 30.05. – 03.06.2013 im Osten und Süden von Deutschland, aber auch in Österreich, Tschechien und Polen, leiteten die Hochwassersituation an Elbe, Mulde und Saale ein.
Der DWD (Deutscher Wetterdienst) teilt in seiner Pressemitteilung vom 06.06.2013 mit: 22,75 Billionen Liter Regen fielen auf Deutschland.
(Davon fielen auf Bayern = 8,28 Billionen, auf Sachsen = 2,50 Billionen, Thüringen = 1,43 Billionen und Hessen = 1,22 Billionen Liter.)

Regenradar
Mit freundlicher Genehmigung von www.WetterBase.com

Dabei kam der Standort Dessau Süd mit 35,4 L/m2 Niederschlag noch relativ gut weg.

In vielen Teilen waren die Böden schon am Maximum ihrer Wasseraufnahmefähigkeit angekommen.
Dies führte dazu, dass die starken Niederschläge sich einen anderen Weg nehmen mussten.
Die fallenden Wassermassen in den o. a. Gebieten verursachten somit einen Anstieg der Flüsse und Bäche, unter anderem auch diese Gefahrensituation für Dessau-Roßlau.

Hier mein chronologischer Überblick der Situation um Dessau-Roßlau:

Der Katastrophenstab der Stadt Dessau-Roßlau nimmt am Sonnabendvormittag, den 01.06.2013,
seinen 24h-Dienst auf.
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Seit 02.06.2013, 13:00 Uhr, gilt für die Mulde in Dessau die Warnstufe IV, sie erreicht bereits
einen Pegel von 478 cm.
***
Am 03.06.2013, um 12.45 Uhr ruft Oberbürgermeister Klemens Koschig den Katastrophenfall
für Dessau-Roßlau aus.
Es werden höhere Pegelstände als denen des „Jahrhunderthochwassers 2002“ für Mulde und Elbe erwartet.
Gegen 19:30 Uhr wird die Friedensbrücke gesperrt, später für Fußgänger wieder frei gegeben.
Aus dem Kieswerk Klieken kommen die ersten 200 Tonnen Sand.
Ein Sandsackverladeplatz an der alten Landebahn wird durch das THW eingerichtet. Bundeswehr, DRK, Johaniter und erste freiwillige Helfer treffen zum Sandsackbefüllen ein.
In der Nacht wird an der A9 auf 600 Meter Länge durch die Feuerwehr mit Big-Packs ein Notdeich gebaut,
somit läuft das Wasser nicht mehr auf die Fahrbahn.
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***_2013_2Am 04.06.2013 rollt die Hilfe großflächig an.
Über soziale Netzwerke wie Facebook, mz-web.de
und anderen Internetseiten wird konkret zu Hilfen aufgerufen.
Auch über die Bürgertelefone wird Nachschub und Verpflegung gezielt organisiert.

 

 
Die Friedensbrücke ist bis 11:30 Uhr komplett gesperrt, über Osten ist Dessau nur noch über die Autobahnabfahrt Süd erreichbar. Der Pegelstand der Mulde liegt um 16:00 Uhr bei 624 cm (2002: 625 cm), der Höchststand wird für die Nacht zum 05.06. erwartet. Die Deutsche Bahn und der öffentliche Nahverkehr reagiert mit Notfahrplänen, zeitweise müssen Bahnstrecken gesperrt werden.
Hochwasser, Elementarschadenkampagne Sachsen-Anhalt GDV

 

 

 

 

 

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05.06.2013: Der Pegel der Mulde geht nach dem Höchststand von 637 cm leicht zurück, um 08:00 Uhr liegt er bei 629 cm. Elbpegel weiter steigend.
Im Dessauer Ortsteil Roßlau kommt es aufgrund der gesperrten Südstraße zu Stau,
es kommt zu Ausspülungen im Bereich der Rosselmündung.
Gegen 14:00 Uhr wird auch für die Elbe die höchste Warnstufe IV ausgerufen.
Der Muldepegel sinkt, mit dem Scheitel der Elbe wird zwischen Freitag und Sonnabend gerechnet.
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06.06.2013: Die Elbebrücke Dessau-Roßlau ist weiterhin offen.
Lediglich die Muldebrücke in Dessau ist für Autofahrer gesperrt.
Der erwartete Höchststand der Elbe bei Dessau wird auf 765 cm deutlich nach unten korrigiert.
An der Mulde beruhigt sich die Lage weiter, die 6-Meter-Marke an der Muldebrücke wird wieder unterschritten.
***
07.06.2013: Auf der Autobahn 9 bei Vockerode steht Wasser auf der Fahrbahn.
Die Einsatzkräfte pumpen das Wasser ab, um eine Sperrung zu verhindern.
11:00 Uhr ist der Pegel der Elbe auf 717 cm gestiegen und somit einen Zentimeter über den
alten Höchstwert (2002: 716 cm).
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Die Prognose für das Erreichen des Scheitelwerts wird für die Nacht vom Sonnabend zum Sonntag korrigiert.
Die Friedensbrücke bleibt mindestens bis Donnerstag, den 13. Juni 2013 für den Fahrzeugverkehr gesperrt.
U. a. ein Hilfegeschenk aus Tunesien kommt an, 2.000 kg Datteln werden zur Verfügung gestellt.
 

 
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08.06.2013: An einem Deich zwischen Großkühnau und Aken wurde in den frühen Morgenstunden
ein Teil des Hochufers weggespült.
Die Landstraße 63 zwischen Kleinkühnau und Aken muss wegen Überflutung gesperrt werden, das Stadtgebiet Aken wird später evakuiert.
Sicherungsarbeiten am Deich zwischen Großkühnau und Aken können abgeschlossen werden, keine weitere Gefahr für Groß- und Kleinkühnau.
Ab 18:00 Uhr wird auf der Autobahn 9 in Fahrtrichtung Berlin begonnen einen Behelfsdeich abzubauen.
Um 19:00 Uhr wird der Scheitelpunkt an der Elbe mit 746 cm (+ 30 cm gegenüber 2002) erreicht.

***
09.06.2013: Die Elbe hat weiterhin die Tendenz fallend. Die Lage für Dessau-Roßlau ist beherrschbar und die sinkenden Flusspegel sorgen für zusätzliche Entspannung.
In Aken werden die Bemühungen fortgesetzt, auf der Straße nach Dessau einen Damm zu errichten, um die Fluten zu stoppen, die aus Deichbrüchen an der Elbe südlich in Richtung Susigke strömen. Ab 14 Uhr wird in der Ludwigshafener Straße an der Mulde, deren Pegel an der Muldebrücke um 10:00 Uhr bei 5, 44 Metern lag, mit dem Abbau von Sandsäcken begonnen. Die Verteidigungslinie Mosigkau wird aufrecht erhalten. Die Arbeiten am Sandsackverladeplatz ruhen, es wird eine Reserve von 30.000 Sandsäcken vorgehalten. Der Schulbetrieb soll ab Montag, den 10.06.2013, wieder stattfinden. Um 17:45 Uhr wurde vom DWD einen Amtliche Warnung vor starkem Gewitter für Stadt Dessau-Roßlau heraus gegeben, dies sollte die derzeitige Hochwassersituation in der Stadt jedoch nicht entscheidend beeinflussen.

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10.06.2013: An den Deichen ist es die Nacht über ruhig geblieben, auch die in kurzer Zeit gefallenen Niederschläge von 6,2 L/m2 ließen die Lage nicht zuspitzen. Elb- und Muldpegel fallen weiterhin kontinuierlich. Die Elbe hat mittlerweile wieder den alten Höchststand von 2002 (716 cm) erreicht.

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Der Muldpegel liegt am Morgen bei 520 cm. Es gelten für beide Flüsse weiterhin die Warnstufe IV.
Das steigende Grundwasser als Folge des Hochwassers wird derzeit zu einem immer größerem Problem. So kommen in Großkühnau und Dessau Nord Pump-Experten aus Ludwigshafen zum Einsatz.
Der Rückbau der provisorischen Deiche wurde gestoppt und fast alle Kräfte zwischen Großkühnau und Aken eingesetzt. Dort soll ein Deich an der Landstraße errichtet werden um zurückstauendes Wasser in Mosigkau und Großkühnau zu verhindern.
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11.06.2013: Seit 09:00 Uhr ist die Überflutungsstelle zwischen Aken und Großkühnau („Mutter Sturm“) geschlossen und die Gefahr eines Rückflusses des übergetretenen Elbwassers aus Richtung Aken konnte verhindert werden. Durch die sinkenden Pegelstände an Elbe und Mulde konnte auf die Hochwasserwarnstufe 3 für beide Flüsse gesenkt werden. Da auch die Taube nicht mehr steigt und ein Abpumpen somit nicht notwendig ist konnte die Pumpenmannschaft aus Ludwigshafen die Heimreise antreten. Die errichteten Verkehrssperrungen werden noch aufrecht erhalten. Die Muldebrücke soll morgen einer Untersuchung unterzogen werden. Alles in allem ein recht entspannter Tag.

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12.06.2013: Nach einer weiteren entspannten Nacht liegt das Hauptaugenmerk heute auf den Rückbau der Sandsackwälle und die Begutachtung der Muldebrücke. Die Begutachtung konnte am heutigen Tage nicht abgeschlossen werden und wird morgen fortgesetzt.
Für Elbe und Mulde gilt weiterhin Warnstufe 3. Auch der Katastrophenfall bleibt vorerst bestehen.

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13.06.2013: Seit 06:15 Uhr gilt für die Mulde nunmehr die Warnstufe 2, die Elbe bleibt vorerst auf 3. Auch heute steht wieder der Rückbau der Sandsackwälle im Vordergrund. Diverse Straßensperrungen werden wohl mindestens bis nächste Woche bestehen bleiben. Die Entscheidung zur Meldebrücke ist gefallen. Ab 20:00 Uhr wird die Muldebrücke stadteinwärts geöffnet. Nach der Beschilderung in beide Richtungen auf eine 18-Tonnen-Tonnage-Begrenzung am morgigen Tag, wird sie beidseitig für den Verkehr freigegeben.

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14.06.2013: Der Katastrophenschutzstab der Stadt Dessau-Roßlau registrierte keine weiteren Vorkommnisse. Sandsäcke sind kaum noch zu sehen, die Reste werden nächste Woche beräumt.
Ab 12:45 Uhr ist der Katastrophenalarm für die Stadt aufgehoben, seit 15:15 Uhr gilt für die Mulde nur noch die Warnstufe 1. Ab 15:45 Uhr ist die Muldebrücke wieder in beiden Richtungen (< 18 t) befahrbar. Vorerst für den Fahrzeugverkehr geschlossen sind die Wasserstadt, die Verbindungsstraße Waldersee – Vockerode, die Roßlauer Südstraße und die Straße von Dessau nach Möst. ********************************************

Am 12. Tag der Flutkatastrophe, die in Dessau-Roßlau eine vergleichsweise geringe Schadensbilanz hinterlässt, kehrt Zug um Zug die Normalität zurück.
Es war auch eine logistische Herausforderung: mehr als 6.000 Tonnen Sand und über 1 Million Sandsäcke, sowie rund 4.000 BigPacks wurden herangebracht und verbaut.
Viele Tonnen weiterer Baustoffe und Materialien, Tausende Liter Diesel wurden benötigt. Genau so wie etliche tausend Liter an Getränken für Kräfte und Helfer.

05-2013

 

Posted by on 14. Juni 2013 in Dies und Das

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Maiwetter 2013

Der Wonnemonat Mai … ?

Von vielen Seiten Kommentare über den Mai 2013. „So einen schlechten Monat Mai hatten wir schon lange
nicht mehr“ oder auch „viel zu kalt“. Zu Nass war es – unbestritten.
Besonders die Nässe im Boden und Pegelstände der Flüsse machten zum Ende des Monats Probleme.
Aber war es zu kalt ? Sehen wir uns die Daten an:

Im Mai 2013 wurde hier im Süden von Dessau-Roßlau eine durchschnittliche Temperatur
von 13,58 °C für den laufenden Monat gemessen und errechnet. Dies ergibt eine Temperaturdifferenz
von -0,02 Kelvin, der Monat Mai somit ein temperaturmäßig normaler Monat.
Normal wäre eine Temperatur von 13,6 °C für den Mai hier am Standort.

Am 23.05.2013 gab es ein Tmin = 1,9 °C zu verzeichnen, die Maximumtemperatur im Monat
gab es am 15.05.2013 mit einem Tmax = 27,0 °C.
3 Sommertage (Tmax >= 25 °C) wurden in der Mitte des Monats erreicht.

Im Mai diesen Jahres sind 108,0 l/m2 Niederschlag am Standort gemessen worden (+52,8 l/m2),
normal wären es 55,2 l/m2. Das sind 195,7 % vom langjährigen Maimittel der Jahre 1961-1990.
Alleine am 27.05. vielen 27,6 l/m2, normalerweise die halbe Regenmenge des gesamtem Monats Mai.
Diese Niederschläge verteilen sich auf 25 Regentage im Mai.

Die gemessene Sonnenscheindauer am Standort beträgt für den Mai 150:06 Stunden.
Normal wären es 208:40 Stunden. Also viel zu „mager“ …

Zusammengefasst: Der Mai: Ein temperaturmäßig normaler, jedoch viel zu nasser Monat.

05-2013

 

Posted by on 1. Juni 2013 in Statistik

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