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Monthly Archives: Januar 2016

Eisige Nacht in Deutschland

In trockener Luft, die am Rand des Hochs BENNO über Südosteuropa vor allem im Südosten, Osten und in der Mitte Deutschlands anzutreffen war, fiel die Temperatur auch in der vergangenen Nacht wieder tief in den Frostbereich. Die niedrigsten Werte wurden dabei in Sachsen und Bayern gemessen. Vorläufiger Spitzenreiter war dabei die Wetterstation Marienberg-Kühnhaide im sächsischen Erzgebirge mit -25,1 Grad, gefolgt von Haidmühle im Bayerischen Wald, dort wurden -25,0 Grad erreicht. Aber auch in Oderwitz (Sachsen) war es mit -21,8 Grad sehr kalt. Wie an der Abbildung zu sehen ist, gab es von Ostbayern über Sachsen, weite Teile Brandenburgs, Berlin, Sachsen-Anhalt, Thüringen, Nordhessen und dem östlichen Nordrhein-Westfalen verbreitet strengen Frost unter -10 Grad.

Ursache war die zur Ruhe gekommene, trockene Luft, wobei sich unter oft sternenklarem Himmel die Luft in der langen Nacht von unten her abkühlen konnte. Die schwerere, kalte Luft legte sich dann in Senken, sodass insbesondere in höheren Muldenlagen in den so genannten Kaltluftseen die niedrigsten Temperaturen gemessen wurden.

waesche

Wäsche bei Frost auf die Leine? Unsinn oder nicht?

Insbesondere die älteren Generationen wissen dabei, dass es dennoch sinnvoll ist, die Wäsche zum Trocknen auf die Leine zu hängen, was den ein oder anderen verwundern mag.    Denn zunächst hängt sie dabei steif gefroren im Freien, und man mag nicht glauben, dass bei Dauerfrost irgend etwas zum Trocknen imstande ist.

Doch in der Tat funktioniert dies, wenn die äußeren Bedingungen gegeben sind. Zum Teil trocknet die Wäsche sogar schneller als in manch dunklen, feuchten Wäschekellern. Und einige sagen, dass die diese „Frosttrocknung“ sogar für deutlich weichere Handtücher sorgt. Aber wie kann diese Wäsche trocknen?

Das Stichwort hierfür ist Sublimation. Mit Sublimation bezeichnet man den Übergang eines Stoffes vom festen direkt in den gasförmigen Zustand. Uns geläufig ist ja beim Wäschetrocknen vor allem die Verdunstung – der Übergang vom flüssigen in den gasförmigen Zustand des Wassers. Hängen wir also an einem Sommertag unsere Wäsche nach draußen, so ist sie zunächst nass. Wasser bei Plusgraden (also in seiner flüssigen Form) ist dabei nichts anderes als Wassermoleküle mit einer gewissen, durchschnittlichen Bewegungsenergie. Beim Verdunsten im Kontakt mit der Umgebungsluft „entfliehen“ dabei die schnelleren Wassermoleküle in die Umgebungsluft. Diese kann umso mehr von ihnen aufnehmen, umso trockener sie ist. Je mehr sich dann die relative Luftfeuchtigkeit der 100-Prozent-Marke nähert, umso langsamer geht das Trocknen dann vor sich, bis bei gesättigter Luft (100 Prozent Luftfeuchtigkeit) gar nichts mehr trocknet.

Ganz ähnlich funktioniert dies im Winter bei der Sublimation. Der hart gefrorene Pullover auf der Leine trägt nun Wassermoleküle mit einer geringeren Bewegungsenergie in sich, ist also vereist. Ist die Luft nun trocken genug, so nimmt aber auch diese nun nach und nach die schnelleren der Wassermoleküle auf, und das Wasser geht von seinem festen Zustand (Eis) sofort in den gasförmigen Zustand (Wasserdampf) über – das Hemd trocknet. Bei sehr trockener Luft kann dies dann sogar schneller vor sich gehen als in einem häufig benutzten Waschraum, in dem sich sehr feuchte Luft staut.

Damit ist klar: Bei trockener Winterluft kann man ruhig seine Wäsche zum Trocknen auf die Leine hängen – dies klappt umso besser bei Sonnenschein und etwas Wind. Ausprobieren lohnt sich! Übrigens funktioniert auch die Gefriertrocknung bei Lebensmitteln (zum Beispiel Kaffee) mit Sublimation – sie ist besonders schonend.

(Textauszug: http://www.wetter24.de)

 

Posted by on 19. Januar 2016 in Dies und Das

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Jahresrückblick 2015

2015: Wieder zu warm, Niederschlagsmenge im Normbereich und überdurchschnittliche Sonnenscheindauer am Standort der Wetterstation DessauWetter.

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Der DWD (Deutscher Wetterdienst) schreibt in seinem Jahresrückblick 2015:

2015 zweitwärmstes Jahr in Deutschland – gemeinsam mit 2000 und 2007
Das Jahr 2015 war mit 9,9 Grad Celsius (°C) um 1,7 Grad wärmer als das Mittel der international gültigen Referenzperiode 1961 bis 1990. Gegenüber der Vergleichsperiode 1981 bis 2010 betrug die Abweichung +1,0 Grad. Am 5. Juli sowie am 7. August kletterte das Quecksilber im unterfränkischen Kitzingen auf 40,3 °C und damit so hoch wie noch nie zuvor in Deutschland. Die kälteste Nacht registrierte der DWD am 4. Februar in Merklingen auf der Schwäbischen Alb mit -20,4 °C.

Verbreitet erheblich zu trocken
Die Niederschlagsmenge blieb im Jahr 2015 mit 688 Litern pro Quadratmeter (l/m²) um 13 Prozent unter dem Soll von 789 l/m². Besonders die Mitte Deutschlands litt ab Februar unter einer Dürre, die im Sommer auch den Süden erfasste und mit kurzen Unterbrechungen bis zum Jahresende andauerte. Örtlich registrierte der DWD weniger als 400 l/m² – nur gut die Hälfte des Niederschlagssolls. Genügend Regen und Schnee fiel dagegen fast nur im äußersten Norden. Die größte Jahresmenge meldete Baiersbronn-Ruhestein im Schwarzwald mit rund 1700 l/m², die größte Tagessumme Demker, nördlich von Magdeburg in der Altmark, mit 119,9 l/m². Das Jahr 2015 brachte nur wenig Schnee. Dieser fiel Ende Januar, Anfang Februar, Mitte Oktober sowie im letzten Novemberdrittel. Er taute im Flachland aber meist nach kurzer Zeit wieder ab. Reit im Winkl im Chiemgau meldete dabei am 3. Februar immerhin 90 cm Schneehöhe.

2015 erreichte bei der Sonnenscheindauer ein Plus von 13 Prozent
Mit 1723 Stunden erreichte der Sonnenschein 113 Prozent seines Solls von 1528 Stunden. Am längsten zeigte sich die Sonne nach Beobachtungen des DWD auf Rügen, im Breisgau und in der Lausitz mit mehr als 2000 Stunden, am wenigsten schien sie 2015 im Sauerland mit kaum 1500 Stunden.

Sachsen-Anhalt: Im Jahr 2015 zählte Sachsen-Anhalt mit 10,4 °C (8,7 °C) zu den warmen, mit rund 560 l/m² (547 l/m²) zu den vergleichsweise trockenen und mit ungefähr 1805 Stunden (1522 Stunden) zu den sonnenscheinreichen Bundesländern. Am 31. März ließ Orkantief „Niklas“ in Groß Santersleben bei Magdeburg eine Mauer umstürzen, die einen Mann erschlug. Während eines schweren Gewitters fielen in Demker in der Altmark am 4. Juli 119,9 l/m².

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Zusammenfassung der Wetterstationsdaten 2015:

Bei der Wetterstation DessauWettter im Süden der Stadt Dessau-Roßlau wurde eine mittlere Temperatur von 10,79 °C (9,38 °C) für das Jahr 2015 gemessen. Damit liegt die Temperatur um + 1,41 Kelvin höher als normal und somit auch die bisher zweitwärmste gemessene Jahresdurchschnittstemperatur am Standort.
Die gerade einmal niedrigste Temperatur von -5,9 °C wurde am 06. Februar gemessen, die höchste Temperatur des Jahres mit 38,3 °C am 04. Juli 2015.

Die gemessenen Niederschläge summieren sich auf 569,0 l/m2. Dies sind 103,6 % der normalen Niederschlagsmenge (549,3 l/m2) am Standort, verteilt auf 178 Regentage im Jahr. Die maximale Regenmenge an einem Tag betrug 27,6 l/m2 am 18. August 2015.
Das Jahr 2015 also ein niederschlagsmäßig normales Jahr am Stationsstandort.

Mit einer Gesamtsonnenscheinzeit von 1.689 Stunden wurden 109,9 % der normal am Standort zu erwartenden Zeit (1.537 h) erreicht. Hier also eine positive Sonnenscheinbilanz – das sonnenreichste Jahr seit Aufzeichnung.

Mehr Statistikdaten gibt es bei www.Dessauwetter.de unter Datenarchiv.

Temperatur 2015

Niederschlag 2015

Sonnenschein 2015

 

Posted by on 6. Januar 2016 in Statistik

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Dezemberwetter 2015

Der Dezember 2015:
viel zu warm, zu trocken und überdurchschnittlich Sonnenschein

Aus der Pressemitteilung des DWD (Deutscher Wetterdienst)

Wärmster Dezember seit 1881 folgt auf Rekord-November.
Sachsen-Anhalt: In Sachsen-Anhalt betrug die Temperatur 7,3 °C (1,1 °C). Mit etwa 20 l/m² (47 l/m²) war es das trockenste Bundesland und die Sonne schien ungefähr 55 Stunden (36 Stunden).
Ungewöhnliches Wetter herrschte am nördlichen Harzrand: Wernigerode meldete am 17. ein Maximum von 17,1°C.
Außerdem blieb es hier im Dezember an einigen Stationen mit insgesamt weniger als 5 l/m² extrem trocken.

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Im Dezember 2015 wurde hier im Süden von Dessau-Roßlau eine durchschnittliche Temperatur
von 7,14 °C für den laufenden Monat gemessen und errechnet. Dies ergibt eine Temperaturdifferenz
von +6,24 Kelvin, der Monat Dezember somit wieder ein temperaturmäßig viel zu warmer Monat.
Es ist somit der wärmste Dezember seit dem Aufzeichnungsbeginn der Wetterstation DessauWetter.de.
Normal wäre eine Temperatur von 0,9 °C für den Dezember hier am Standort.

Am 31.12.2015 gab es eine Minimumtemperatur von Tmin = -3,9 °C , die Maximumtemperatur im Monat
gab es am 26.12.2015 mit einem Tmax = 15,3 °C.

Im Dezember diesen Jahres sind 27,8 l/m2 Niederschlag am Standort gemessen worden (-20,2 l/m2),
normal wären es 47,8 l/m2. Das sind 58,2 % vom langjährigen Dezembermittel der Jahre 1961-1990.
Diese Niederschläge verteilen sich auf 10 Tage mit messbarem Niederschlag im Dezember.
Schneefall war in diesem Monat nicht zu verzeichnen.

Die gemessene Sonnenscheindauer am Standort beträgt für den Dezember 44:00 Stunden.
Normal wären es 36:20 Stunden. Also mit 121,1 % entgegen dem Deutschlandtrend überdurchschnittlich.
Zusammengefasst: Der Dezember: Ein viel zu warmer und zu trockener Monat mit überdurchschnittlich Sonnenschein.

12-2015

 

Posted by on 1. Januar 2016 in Statistik

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